Termin

Titel:
Tagung: Die RechtspopulistInnen und der Antisemitismus
Kalender:
RE.F.U.G.I.U.S.
Datum:
28.03.2020 13:00 - 18:00
Autor:

Kapazität:
Unlimitiert
Teilnehmer:
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Beschreibung

Die gegenwärtigen Erfolge rechter Parteien in Österreich und in ganz Europa machen das Thema „Rechtsextremismus“ aktueller denn je. Der Zusammenhang von Prekarisierung und Rechtspopulismus wird in der Forschung rege diskutiert.
Rechtspopulistische Ansprache beinhaltet ein Angebot zur Gruppenzugehörigkeit (‚wir‘), bei gleichzeitig stattfindender Feindbildkonstruktion (‚die Anderen‘). Besonders in Zeiten politischer und wirtschaftlicher Krisen werden in grob vereinfachender Weise ethnische, religiöse und politische Minderheiten sowie das sogenannte Establishments gleichermaßen zu personifizierten Schuldigen für soziale Probleme erklärt.
Besonders die vermehrte Aufnahme von Asylsuchenden und MigrantenInnen wird als existenzielle Bedrohung für die öffentliche Ordnung dargestellt. Eine derartige Politik zielt letztlich auf die Spaltung einer pluralistischen Gesellschaft ab.
RechtspopulistInnen geben sich als VertreterInnen der Mehrheit der BürgerInnen bzw. ‚des Volkes‘ aus. Die selbst gewählte politische Außenseiterrolle folgt dem Trugbild angeblich Opfer einer Übermacht zu sein. Sie inszenieren sich als vermeintliche Tabubrecher gegen liberal-demokratische Normen, um mit kalkulierten Provokationen und verbalen Attacken die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit und Medien zu erzeugen.
Deutlicher Widerspruch oder Kritik werden empört als ‚politische Korrektheit‘ oder ‚Einschränkung der Meinungsfreiheit‘ zurückgewiesen.
Ethnopluralismus, Nationalismus, Antisemitismus, Rassismus, Autoritarismus, Antiindividualismus und Antigenderismus sind dabei Hauptbestandteile rechten Denkens. Charakteristisch für diese Ideologie ist die Konstruktion einer völkischen „Wir-Gruppe“ und die daraus resultierende Ausgrenzung und Abwertung spezifischer Fremdgruppen und Lebensweisen: MigrantInnen, Sinti und Roma, Juden und andere, die zu „Fremden“ gemacht werden.
Antisemitismus in allen seinen Facetten ist integraler Bestandteil des Rechtsextremismus, öffentlich distanzieren sich "RechtspopulistInnen" davon. Wird Antisemitismus von RechtspopulistInnen thematisiert, dann als ein Problem, dass hauptsächlich durch die Zuwanderung von Muslimen entstehen würde. Es wird von „importierten“ Antisemitismus gesprochen. In dieser sehr selektiven Wahrnehmung werden die Ursachen, die Erscheinungsformen und die Verbreitung des Antisemitismus ignoriert, aus der Gesamtgesellschaft ausgelagert und einseitig einem Teil der Bevölkerung angelastet. Menschen sollen das Gefühl erhalten, dass sie ständig unter einer großen Bedrohung stehen. Eine Kombination aus Angst und Ohnmacht, und das Gefühl ausgeliefert zu sein und nichts dagegen tun zu können, wird erzeugt. Es ist eine Politik der Angst, Sicherheit kann nur ein starker Führer wiederherstellen.
Bei dieser Tagung wollen wir diese Themen behandeln, Strukturen erkennen, Erklärungsmuster diskutieren und uns fragen, welche Präventionsmöglichkeiten geschaffen werden oder ausgebaut werden müssen.